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Norwegen
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Die Geschichte der norwegischen Nationalmannschaft: von Bronze in Berlin zum WM-Viertelfinale 2026
Achtundzwanzig Jahre lang bei grossen Turnieren abwesend, feierte Norwegen bei der WM 2026 ein fulminantes Comeback: Sieg über Brasilien und ein historisches Viertelfinale gegen England. Eine Generation um Erling Haaland und Martin Ødegaard hat ein ganzes Land geweckt.
1. Die Anfänge und die olympische Grosstat von 1936
Der norwegische Fussballverband wird 1902 gegründet. Seine erste grosse Leistung gelingt bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin: Vor den Augen Adolf Hitlers schlägt Norwegen Deutschland im Viertelfinale mit 2:0 und gewinnt die Bronzemedaille. Zwei Jahre später bestreitet es in Frankreich seine erste WM und zwingt den späteren Weltmeister Italien in die Verlängerung.
2. Die Jahre als Aussenseiter (1950–1989)
Lange bescheiden, gelingen dem norwegischen Fussball einige berühmte Überraschungen, allen voran der 2:1-Sieg gegen England 1981 in Oslo, verewigt durch den leidenschaftlichen Kommentar des Reporters Bjørge Lillelien, der europaweit Kultstatus erlangte.
3. Die Ära Egil Olsen: Nummer zwei der Welt (1990–1998)
Unter Egil „Drillo" Olsen wird Norwegen mit direktem, diszipliniertem Spiel zu einer der gefürchtetsten Mannschaften Europas. In den 1990er Jahren erreicht es Platz zwei der FIFA-Weltrangliste, qualifiziert sich für die Weltmeisterschaften 1994 und 1998 und schlägt 1998 in Frankreich in der Gruppenphase Brasilien mit 2:1, ehe es das Achtelfinale erreicht.
4. Achtundzwanzig Jahre Abwesenheit und eine neue Generation (1999–2025)
Nach der EM 2000 verschwindet Norwegen für mehr als zwei Jahrzehnte von den grossen Turnieren. Die Erneuerung kommt durch eine aussergewöhnliche Generation: Martin Ødegaard, Kapitän und Spielmacher, und vor allem Erling Haaland, einer der torgefährlichsten Stürmer der Geschichte. Am 16. November 2025 qualifiziert sich Norwegen vor Italien für die WM 2026 und schickt die Italiener in die Play-offs.
5. Weltmeisterschaft 2026: der beste Lauf der Geschichte
Vor dem Turnier die Nummer einunddreissig der Welt, war Norwegen eine der grossen Entdeckungen der WM in Nordamerika. Nach der Gruppenphase schlug es am 30. Juni in Arlington im Sechzehntelfinale die Elfenbeinküste mit 2:1 und schaltete am 5. Juli in East Rutherford sensationell Brasilien mit 2:1 aus. Im Viertelfinale am 11. Juli in Miami Gardens unterlag es England erst nach Verlängerung (1:2). Es ist das beste WM-Ergebnis der norwegischen Fussballgeschichte.
Haaland, Ødegaard und eine Ausbildungsrevolution
Der Erfolg der Generation 2026 ist kein Zufall. Seit den 2000er Jahren hat der norwegische Verband massiv in überdachte Kunstrasenplätze investiert, die trotz harter Winter ganzjährigen Spielbetrieb ermöglichen, sowie in die Trainerausbildung. Die Klubs des Landes, lange auf die europäischen Qualifikationsrunden beschränkt, haben sich verbessert: Molde und vor allem Bodø/Glimt, Klub einer Stadt mit fünfzigtausend Einwohnern jenseits des Polarkreises, haben auf europäischer Bühne auf sich aufmerksam gemacht. Erling Haaland, geboren in Leeds während der Karriere seines Vaters Alf-Inge und ausgebildet in Bryne, wurde binnen weniger Spielzeiten Rekordtorschütze der Nationalelf. Martin Ødegaard, mit fünfzehn Jahren erstmals berufen, wurde ihr Kapitän und kreativer Kopf.
6. Ausblick 2030: sich unter den Grossen etablieren
Seit dem Wiederbeginn im September 2026 geht Norwegen mit nie dagewesenem Selbstvertrauen in den neuen Zyklus. Getragen von einer gereiften Generation und aufstrebenden heimischen Klubs — Bodø/Glimt schaltete in der Champions League 2025/26 Inter Mailand aus — strebt das Land eine regelmässige Teilnahme an grossen Turnieren an.
Titel, Stadion und Legenden
Höhepunkte: Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nach einem 2:0 gegen Deutschland vor den Augen Adolf Hitlers; WM-Endrunden 1938, 1994, 1998 — mit dem berühmten 2:1 gegen Titelverteidiger Brasilien — und 2026; EM 2000. Unter Egil „Drillo" Olsen stieg Norwegen 1993 und 1995 sogar auf Platz zwei der FIFA-Weltrangliste. Das Ullevaal Stadion in Oslo mit rund achtundzwanzigtausend Plätzen ist die historische Heimat. Rune Bratseth, Tore André Flo, Ole Gunnar Solskjær, Rekordnationalspieler John Arne Riise und Martin Ødegaard prägten die Geschichte, bevor Erling Haaland den fast neunzig Jahre alten Torrekord von Jørgen Juve auslöschte.